Nachhaltige Reinigung – was bedeutet es für uns und unsere Umwelt?

Warum über nachhaltige Reinigung nicht gesprochen wird

Weltweit werden zu viele Ressourcen verbraucht und die Prognosen für unsere Zukunft und nachfolgende Generationen werden immer beängstigender.

Obwohl wir tagtäglich mit Nachhaltigkeitsthemen wie Naturkosmetik, fair fashion, Bio Lebensmittel oder zero waste nahezu überflutet werden, wird bisher über nachhaltiges Waschen und Reinigen kaum gesprochen.

Ist das Thema nicht interessant genug um einen Platz in der Gesellschaft zu erhalten?

Genau das bezweifle ich und deshalb liegt es mir auch besonders am Herzen über dieses Thema zu sprechen. Dieser Blog soll eine Plattform bieten, um sich über die Möglichkeiten des umwelt- und menschenfreundlichen Waschens und Reinigens, sowohl im Haushalt als auch im Büro bzw. am Arbeitsplatz zu informieren.

Es gibt mittlerweile bereits unzählige Blogs und Influencer, die sich mit Nachhaltigkeit beschäftigen und dennoch schreibt kaum jemand über Alternativen für Sauberkeit.

Ich bin teilweise überrascht wie stark einzelne Thematiken wie zum Beispiel fair fashion propagiert werden und dabei andere Aspekte des nachhaltigen Umgangs mit Kleidung vollständig außer Acht gelassen werden.

Welchen Sinn hat es in fair fashion Kleidung zu investieren, um diese dann mit herkömmlichen Waschmitteln und Weichspülern zu waschen und dabei seine Haut – das größte und aufnahmefähigste Organ – unzähligen Chemikalien aus Waschmittelrückständen auszusetzen? Nicht zu vergessen, dass Rückstände aus Wasch- und Reinigungsmittel unser Abwasser und unsere Umwelt massiv belasten.

Was machen herkömmliche Reiniger mit unserer Umwelt?

Durchschnittlich findet man im deutschsprachigen Raum etwa 15 Reinigungsprodukte pro Haushalt. Die meisten dieser Flüssigkeiten, Pulver oder Sprays enthalten unzählige umweltschädliche Inhaltsstoffe wie Biozide, Bleichmittel oder Tenside aus Erdöl und Palmöl. Neben diesen Rohstoffen gibt es aber noch eine Vielzahl weiterer Substanzen, die unsere Umwelt stark belasten. Eine detaillierte Auflistung wäre an dieser Stelle zu umfangreich, jedoch wird es bald einen ausführlichen Blogpost zum Thema toxische Substanzen in Reinigungsmitteln geben.

Problematisch neben den Inhaltsstoffen ist vor allem auch noch die Anwendung der Reiniger und Waschmittel, da die Dosierung für den jeweiligen Einsatzzweck meistens um ein Vielfaches überschritten wird. Durch Überdosierung können nicht nur Schäden an Böden oder Einrichtungsgegenständen entstehen, sondern es ist auch langfristig eine Belastung für das Haushaltsbudget und belastet in besonderem Maße unsere Umwelt.

Alle umweltschädlichen Stoffe geraten bekanntermaßen über das Abwasser in unsere Kläranlagen und sind nicht oder nur teilweise biologisch abbaubar, giftig für Wasserorganismen bzw. reichern sich in der Umwelt an. Das aufbereitete Wasser gelangt über Umwege wieder in unser Grund- und Trinkwasser und wirkt sich so negativ uns und unsere Umwelt aus.

Der Gesundheitsaspekt in der Reinigung

Viele herkömmliche Wasch- und Reinigungsmittel können gesundheitliche Beschwerden hervorrufen oder diese begünstigen.

Ganz oben auf der Liste der durch Reinigungsmittel verursachten Krankheiten stehen Allergien, dicht gefolgt von Augen- und Hautreizungen. Einige besonders gefährliche Inhaltsstoffe von Reinigungsmitteln stehen sogar im Verdacht Lungenkrankheiten, Geburtsfehler oder Krebs zu verursachen.

Dass herkömmliche Reiniger auch auf gesunde Menschen eine enorme Auswirkung haben, zeigt eine Studie der Universität Bergen aus dem Jahr 2018. Laut dieser Untersuchung haben Personen, die regelmäßig herkömmliche Reiniger (vor allem Sprühreiniger) verwenden, eine deutlich eingeschränkte Lungenfunktion. Die Forscher verglichen den Effekt von regelmäßiger (Sprüh-)Reinigung auf die Lunge wie tägliches Rauchen von 20 Zigaretten.

Anhand dieser Erkenntnisse und der regelmäßigen Belastung, denen der menschliche Organismus ausgesetzt ist, ist es nicht verwunderlich, dass mysteriöse Krankheiten wie MCS (multiple chemical sensitivity), also Chemikalienunverträglichkeiten oder schwer zu erforschende Autoimmunerkrankungen immer mehr im Vormarsch sind und den Menschen immer mehr zu schaffen machen.

Reh steht im Wald

Was verstehen wir von Rein Natürlich unter nachhaltiger Reinigung?

Aber was bedeutet Nachhaltigkeit in der Reinigung überhaupt und wie wird festgelegt ob ein Produkt nachhaltig ist?

Es gibt viele verschiedene Ansätze und Versuche Nachhaltigkeit in der Reinigung zu definieren. Eine offizielle, allgemein gültige Beschreibung des Gesetzgebers gibt es nicht, wodurch es dem Konsumenten erschwert wird, einen Überblick im Dschungel der Wasch- und Reinigungsmittel zu bewahren. Selbst Zertifizierungen öder Ökolabel sind oftmals mehr Schein als Sein, weil die Kriterien für die Vergabe oftmals zu allgemein und unkonkret formuliert sind.

Für unser Unternehmen bedeutet Nachhaltigkeit mehr als reinen Umweltschutz und wir sprechen nur dann von Nachhaltigkeit wenn eine Ausgewogenheit zwischen den drei Ebenen Ökologie (Umwelt), Ökonomie (Wirtschaftlichkeit) und Soziales herrscht.
Für eine auch zukünftig lebenswerte Gesellschaft muss unser zentrales Ziel die Ausgewogenheit zwischen diesen drei Bereichen sein.

Um unseren Ansprüchen gerecht zu werden, muss eine nachhaltige Herangehensweise in der Reinigung idealerweise folgende Punkte erfüllen:

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Ökologie

  • Sparsamer Umgang mit Ressourcen, vor allem Wasser und Energie
  • Einfache und klare Dosierung (weniger ist mehr)
  • Vermeidung von Abfall (leere Flaschen werden bei uns im Shop wieder befüllt)
  • Verantwortungsvoller Umgang und  Wiederverwendung von Abwasser
  • Recycling von Verpackungen
Finanzen 1

Ökonomie

  • Leistbare Preise
  • Weniger Vielfalt, dafür gute Qualität der Reinigungsprodukte
  • Kostenersparnis durch richtiges Dosieren
  • Hochwertiges, langlebiges Reinigungszubehör
Familie

Soziales

  • Keine gesundheitlichen Belastungen für Anwender
  • Gesunde und sichere Umgebung für Kinder und Haustiere
  • Verbesserung des Raumklimas

Zusammenfassend kann man sagen, dass nachhaltige Reinigung nach unserer Definition nicht nur einen Mehrwert für Mensch und Umwelt schaffen muss, sondern darüber hinaus mit einem ausgezeichneten Preis-Leistungsverhältnis auch im Bereich der Wirtschaftlichkeit punkten sollte.

Dass nachhaltige Reinigung weder teuer noch kompliziert ist, werde ich euch in den nächsten Wochen anhand diverser Beispiele zeigen.

Wie sind eure Gedanken und Erfahrungen mit nachhaltiger Reinigung?

Habt ihr Fragen zur nachhaltigen Reinigung oder gibt es Themen, die euch besonders interessieren? Lasst mir gerne eure Gedanken, Ideen oder Fragen im Kommentarfeld unter diesem Beitrag da, so können wir alle noch voneinander lernen und uns austauschen.

Ich freue mich auf euren Input!